Stahlbeton-Ästhetik: Der Autohof Simon

Dieser Ort ist in seiner Größe und seiner Verschachtelung beeindruckend. Der „Autohof Simon“ besitzt verglaste Tore mit Blechanteil, die elektronisch geöffnet werden können. Geht man durch sie hindurch, betritt man einen geräumigen Hinterhof, der aus verschiedenen Architekturen und Nutzungsweisen zusammengesetzt ist. Rechts hinten öffnet sich ein kleiner, aber aufwendig mit Pflanzenkübeln und Girlanden dekorierter Balkon. Hier hat sich jemand etwas Gemütlichkeit in dem hauptsächlich der Technik vorbehaltenen Hof geschaffen. Eine kleine, beinahe verborgene Tür unter dem Balkon dient als Hauseingang.

Die Tankstelle im Hinterhof der Bertramstraße 15, die schon einen Auftritt im Tatort hatte. Foto: Anna Slabik

Wahrscheinlich um 1920 wurde in der Bertramstraße 15 eine Tankstelle errichtet, deren Überdachung noch heute existiert. Die Zapfsäulen sind dagegen Parkflächen gewichen. An ihrer Stelle stehen nun die Fahrzeuge der Anwohner. „Hier werden oft Filme gedreht“, erzählt ein Mann einer Kommilitonin und mir im Hof. „Dann müssen die Besitzer ihre Autos in der Zwischenzeit woanders parken.“

Hinten links befindet sich ein Unterstand für fünf Autos, die bis auf eines in offenen Garagen untergebracht sind. Die Architektur ist bemerkenswert. Das Dach ist eine eigenwillige, gläserne Konstruktion, die von Metallträgern gehalten wird. Dieser Bereich wirkt älter oder wenigstens unrenovierter als die übrigen Teile des geräumigen Hofes. Trotzdem erscheint er in seiner eigenwilligen Geometrie und den sich überall öffnenden Räumen und Nischen geheimnisvoll und anziehend. Es dauert eine Weile und viele Schritte, bis der/die Betrachter*in alle räumlichen Verhältnisse erfasst hat.

Urban Sketch im Hinterhof der Bertramstraße 15, angefertigt von Katja Knehr.

Dieser Beitrag gehört zur Station Fotoralley der Phase 1. Nähere Informationen findet Ihr hier.

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