Das Westend früher und heute: Die Blücherstraße 35

Die Blücherstraße ist eine der ältesten im Quartier. 1890 begann die Erschließung des Stadterweiterungsgebietes Feldherrenviertel / äußeres Westend mit der Fortführung der innerstädtischen Achsen in der Blücher- und Westendstraße (vgl. Niebergall 2012, S. 46, 76). Benannt wurde die Blücherstraße nach dem preußischen Fürsten von Wahlstatt und Generalfeldmarschall „Marschall Vorwärts“ Gebhard Leberecht von Blücher (1742-1819) (vgl. Niebergall S. 68f.).

Die Wohnblöcke dieser Epoche sind typisch für ihre Entstehungszeit rechteckig, im wilhelminischen Baustil errichtet.Allerdings wurde die Straße nicht mehr geradlinig, sondern über einen Knick in leicht gebogener Form weitergeführt (Niebergall 2012, S. 76). Nach dem Spielmann-Plan von 1910 war die Blücherstraße auf ihrer rechten Seite bis zum damaligen Ende an der Lothringerstraße komplett bebaut (vgl. Niebergall 2012, S. 76) Mit der Nummer 48 endete auf der linken Seite zunächst die kaiserzeitliche Bebauung mangels Nachfrage. Mitte der 1920er Jahre wurde die Lücke zum Elsässer Platz hin schließlich mit sozialem Wohnungsbau geschlossen (vgl. Niebergall 2012, S. 77). Heute mündet die Blücherstraße in den Kurt-Schumacher-Ring. 

Im Zentrum des Straßenverlaufs finden sich der Blücherplatz und die Blücherschule, in ihrem unteren Bereich tiefe Grundstücke mit Seitenflügeln und bis zu zwei Hinterhäusern und -höfen (vgl. Niebergall 2012, 76). Zulässig war unter anderem Hofbebauung mit Werkstätten und anderen kleingewerblichen Einrichtungen. Die meisten Bauherren zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren Handwerksmeister und bewohnten als Eigentümer die Häuser oft selbst. Daneben machten mittlere Beamte und entsprechende dienstleistende Berufsgruppen den größten Anteil aus (vgl. Niebergall 2012, S. 77). 


Literatur:
Niebergall, Rainer (2012). Straßen erzählen Geschichte(n). Von Hinterhöfen und sozialem Wohnungsbau. Das Westend. Wiesbaden.


Dieser Beitrag gehört zur Station Fotoralley der Phase 1. Nähere Informationen findet Ihr hier.

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