Phase 1 – Erkundung des Westends​

Stationenarbeit

Station (Subs., fem.): Haltestelle; Aufenthal[sort], Rast[platz] (während einer Fahrt); wichtiger, markanter Punkt innerhalb eines Zeitablaufs, eines Vorgangs, einer Entwicklung; Stützpunkt mit einer Anlage für wissenschaftliche Beobachtungen und Untersuchungen.

Die Stationen sind, im Sinne dieser vielfältigen Wortbedeutungen, Orte, Maßnahmen und Perspektiven im Rahmen einer dezentralen, asynchronen Feldforschung.

Während unserer Vorfeldstudien im Sommersemester 2020 näherten wir uns dem Wiesbadener Westend im Rahmen von Stationenarbeiten an, die im Folgenden näher erläutert werden.

Geschichte und Theorie

Zu Beginn der Vorfelderkundungen machten sich die Projektteilnehmer*innen mittels Online- und Literaturrecherche mit der Stadt Wiesbaden und ihrer Geschichte vertraut. Ein besonderes Augenmerk wurde dabei auf das Westend gelegt. Es wurden vor allem markante stadthistorische Ereignisse in den Blick genommen, wie die Entstehung des Stadtteils ausgehend von der Dotzheimer Straße ab dem Jahr 1840 oder 1879 die Eröffnung der ersten Schule im Westend.

Darüber hinaus trugen die Studenten*innen eine Vielzahl an Schlüsselbegriffe, Konzepten und Theorien aus den Bereichen der Stadt- und Kunstforschung und der Kulturpolitik zusammen, um so eine Diskussions- und Arbeitsgrundlage für den weiteren Projektverlauf zu schaffen.

Statistik

In der Station Statistik wählten die Studenten*innen einen Teilaspekt aus dem Bereich der Sozialstatistik (z.B. Mietspiegel, Migration, Armut/Sozialhilfe) und kontextualisierten diesen mittels weiterer Recherche. Ziel war es, die große Menge quantitativer Daten, die die hessische Landesregierung in ihrer Sozialraumanalyse zusammentrug, zu erläutern, um das innere und äußere Westend darzustellen und dadurch ausgewählter Felder der Sozialraumanalyse für Nicht-Statistiker*innen greifbar zu machen.

Ein Beitrag, der im Rahmen der Station Statistik entstanden ist:

Vorfeldstudien

Zum Wiesbadener Westend gibt es nur wenige historisch-ethnographische Studien oder Beiträge. Diese bilden eine geeignete Grundlage für weiterführende Forschungen im Rahmen des Projektes. Die Aufgabe bestand hierbei darin, eine freigewählte Studie (z.B. „Lebensräume von Kindern um 1900“ von Imbke Behnken u.a.) in einem kurzen Bericht in den jeweiligen historischen Kontext einzuordnen und die wichtigsten Befunde sowie ausgewählte Zitate zusammenzufassen.

Sammelaufruf

Die Station Sammelaufruf war unser erstes „Hallo“ hinein ins Westend. Mittels Flyer riefen wir die Westendler*innen dazu auf, uns ihre Hinterhöfe zu zeigen und uns Geschichten, Anekdoten und Bilder ihrer Hinterhöfe zu schicken. Später fügten wir diesen Aufruf per Kontaktformular auch auf unserer Webseite ein und gestalteten ein Plakat, mit dem wir noch sichtbarer im Westend werden wollen.

Mapping

„Urban Sketching”, „Get Lost” oder „Dinge sammeln” sind kreative Methoden, die wir für die Station Mapping verwendet haben. Mit diesen kreativen Methoden und sinnlichen Zugängen sollten die verschiedenen Bereiche des Westends erkundet und näher beschrieben werden. Dabei arbeiteten wir die Besonderheiten Viertels heraus und versuchten die Atmosphäre des Wiesbadener Westends einzufangen.

Beiträge, die im Rahmen der Station Mapping entstanden sind:

a tavola

Dem Namen nach sollte die Station a tavola (ital. am Tisch) uns in der Wellritzstraße bei Kaffee und Kuchen mit den Bewohner*innen des Westends ins Gespräch kommen lassen. Da diese Form der Station aufgrund der COVID-19 Situation nicht möglich war, sprachen wir unter Anleitung des Wiesbadener Performance-Künstlers Robert Krajnik Passanten*innen auf der Straße an, um mehr über ihr Leben im Westend herauszufinden.

Fotoralley

Für die Station Fotoralley stellten wir historische Archivfotos von Gebäuden im Westend möglichst exakt nach. Zudem recherchierten wir mithilfe historischer Adressbücher die Bewohner*innen der Gebäude zur Zeit der Aufnahme. Um mehr über die heutigen Bewohner*innen herauszufinden, suchten wir die betreffenden Orte auf und suchten das Gespräch mit den Anwohner*innen.

Beiträge, die im Rahmen der Station Fotoralley entstanden sind: